Text: Annika und Melina
Foto: Annette
Gestaltung: Basti
The Big Goodbye- das Thema der Tour
Natürlich war uns das allen bewusst, aber trotzdem war man nicht vorbereitet. Auch wenn es kein Abschied im herkömmlichen Sinne ist und wenn man es so betrachtet kein vollständiger, da Hannes noch Teil der Band ist- nur eben nicht mehr im Vordergrund.
Als die Tour in Neu-Ulm anfing, war das der erste Schritt, wo man alles noch belächelt hatte, als wäre der Abschied nur eine Illusion. So ne Art „Ja, ja, der geht nicht wirklich“-Einstellung.
In Hamburg kamen wir der Realität noch einen Schritt näher und das Belächeln wurde weniger.
Dann kam Köln – die endgültige Realität, der wir uns stellen mussten. Ihr könnt euch vorstellen, wie das war – die Gefühle fuhren Achterbahn und es gab keinen Ausstieg.
Aber wir fangen mal mit etwas Positivem an:
Bei der Bekanntgabe der Tour wurden Unterkünfte gebucht, darunter auch die Reisegruppe von Melina. Für sie war es die erste Übernachtung in Verbindung mit einem Konzert und zusammen mit dem Fanclub.
Vorab wurde auch für Köln ein gemeinsames Mittagessen geplant. Mit unsagbaren 45 Mitgliedern wollten wir das Restaurant L’Osteria Köln Mülheim übernehmen – dummerweise hatten weitere Fans dieselbe Idee, somit hatten wir uns stillschweigend geeinigt, dass die gesamte Fanbase den Laden übernimmt. Überall wo man hin sah: KD-Fans weit und breit.
Hier muss man einfach kurz dazu sagen, das Essen war top, ordentliche Portionen und Pizzen in der Größe einer Familienpizza.
Da Annika wegen ihrer Begleitung das Meet and Greet gebucht hatte, mussten sie etwas früher los, während alle anderen noch in Ruhe das Gruppenfoto schießen und ein Dankesvideo für Hannes drehen konnten..
Beim Einlass wurden sie direkt so in der Schlange gelassen, wie die Lokation auch betreten wurde. Das war auch direkt die Schlange zum Signier-Tisch. An der ersten Station bekamen sie von Sophia, Jims Schwester, die Poster in die Hand gedrückt und an der zweiten von ihrer Kollegin den Kissenbezug mit allen Goodies.
Bei den Jungs angekommen, wurde sie schon direkt freundlich begrüßt: „Hey, du schon wieder 😂“ und „Lange nicht mehr gesehen 😂“ Auch Jomi brachte seine Freude zum Ausdruck als er „Anita“ sah 😂
Hintergrundwissen: Eine Woche vorher war sie als Helferin bei der Signierstunde im Media Markt Bremen-Stuhr, wo auch das Unboxing-Video gedreht wurde. Dazu mehr im Bericht zur Release-Woche.
Es wurden mehrere Tische nebeneinander gestellt und die Jungs standen dahinter- genauso wie bei einer Signierstunde.
Als bei Steffen dieses Riesenplakat auf den Tisch gelegt wurde, musste er sehr verlegen grinsen und meinte: „Als wir darüber sprachen, hielten wir es für eine tolle Idee. Jetzt, wo wir sehen, wie groß das ist, sehen wir ein, dass es vor einem Konzert nicht so praktisch ist.“
Eigentlich wollte Ande auch was dazu sagen, aber seinem ebenfalls verlegenem Lachen konnte man entnehmen, dass er Steffens Aussage nichts mehr hinzufügen konnte.
Da sich vorne die Schlange für Fotos bildete, entschuldigten sich die Jungs für einen kurzen Moment.
Danach ging es weiter mit den Signieren. Da die Personen hinter Annika ein paar mit Worte Hannes wechselten, nutzte sie die Zeitlücke, um sich kurz mit Sebbes zu unterhalten, der ihr erzählte, dass er unsere Bilder auf Social Media toll findet.
An dieser Stelle geben wir das Lob weiter an Annette und Shirin, die uns ihre Fotos zur Verfügung stellen.
Nun war es Zeit, Fotos mit der Band zu machen. Als Annikas Begleitung an der Reihe war, haute er den besten Satz des Abends raus: „Ihr seid alle so groß.“ In dem Moment fielen alle Blicke auf Sebbes und es brachen alle in Gelächter aus. Dann kam ein: „Das haben wir auch noch nie gehört.“ zum Vorschein
Anschließend stellten sich einige in die nächste Schlange – die zum Einlass in die Eventhalle.
Als jemand von der Feuerwehr rauskam, wurde klar, dass Pyrotechnik am Start ist. Auf die Frage, ob die Feuerwehr denn alles im Griff haben würde, kam ein „aber natürlich“ zurück.
18 Uhr und die Türen öffneten sich, nur nicht die, die sich direkt vor deren Nase befand. Hätten sie diese nicht selbst geöffnet, wären sie wahrscheinlich immer noch nicht reingekommen. Leider waren schon 60% der ersten Reihe belegt, sodass es selbst für die Mitglieder vom Meet and Greet ziemlich knapp war. Da heißt nicht mal die Hälfte der Leute, die wegen dem M&G bereits in der Schlange standen, hatten keine Chance mehr, sich einen guten Sichtplatz zu sichern. Dementsprechend kam viel Unruhe rein, weil es für unfair gehalten wurde
Aber was sich ebenfalls als unfair herausstellte , waren drei Besucherinnen, die sich so derbe daneben benahmen, dass man sie eigentlich in die letzte Reihe stellen sollte.
Es standen 2 ehrliche Besucherinnen lange genug an, um in der ersten Reihe zu stehen und dann durften sie es nicht mal genießen, weil sie von den dreien so stark und respektlos bedrängt wurden, weil sie unbedingt in der ersten Reihe stehen wollten.
Diese Info wurde von den verdrängten Besucherinnen selbst geschrieben, nachdem wir sie gefragt hatten, was passiert sei. Da es Bekannte aus dem Verein waren, ging das recht zügig- das 21. Jahrhundert machts möglich.
Natürlich haben wir das der Security mitgeteilt, weil das anderen Konzertbesuchern gegenüber unfair ist. Erst recht, weil sie des Öfteren mit sowas schon aufgefallen sind. Ungewöhnlich war nur, dass sie nicht auf ihre typische Masche zurückgegriffen haben: einfach die Leute mit Gewalt aus der ersten Reihe ziehen und einschüchtern.
Zunächst musste das Palladium erstmal auf gute Musik eingestimmt werden, nachdem zuletzt nur eine gediegene Messe für den Schulbau in Köln gehalten worden ist. Diese wichtige Aufgabe stand League of Distortion zu, die eine wunderbare Show ablieferten.
Ein guter Song nach dem nächsten.
Mit Galvanize hatten sie die Aufmerksamkeit des Publikums sofort erlangt. Keiner stand still und es gab keinen, der nicht mitsang.
Bei Wolve oder Lamb war das Publikum ja schon gut in Fahrt, aber LoD war der Endgegner jeder Stimme.
„Ob so ein genialer Opener wohl so eine gute Idee war?“, beklagten sich die Stimmbänder.
Das strahlende, ganz gespannte Publikum, welches sich jetzt nur noch gedulden musste, nutzten die Pause zum Kraft tanken.
Nun war es soweit, Kissin’ Dynamite legte mit „I’ve got the Fire“ direkt richtig los. Im Gegensatz zu Hamburg war heute die Pyro wieder am Start, was direkt ein ganz anderes Erlebnis darbietete. Somit war nach dem ersten Song die erste Reihe schon mal gut durch. Leider hatte es niemand kommen sehen, weswegen die Marshmallows fehlten. Direkt im Anschluss beschloss Hannes, dass ein bisschen Sport nicht schaden könnte und so gings weiter mit „DNA“. „Only the Dead“ verlief natürlich ähnlich,zwischendrin durfte man zu „No one dies a Virgin“ mal kurz verschnaufen.
„Bei Glory Days“ legte sich ein emotionaler Schleier, weil dieser Song voller Erinnerung auf die letzten gemeinsamen Jahre der Band zurückblickt. Obwohl man meinen könnte, dass die Stimmung hier schon geknickt wäre, war dem nicht so. Trotz des Abschieds holte der Song positive Stimmung in Form von Freude aus dem Publikum.
Zusammen mit Anna Brunner sorgte „Ecstasy“ direkt wieder für Aufmunterung. Nicht nur wegen der Harmonie zwischen Hannes und Anna, sondern auch wegen der geschwisterlichen Liebe zwischen Hannes und Ande. Als Ande die Brücke zwischen Bühne und Steg runter gehen wollte, sah man eine Hand auf seiner Schulter, die ihn langsam zurück nach hinten auf die Bühne zog. Beim Umdrehen bemerkte er einen liebevoll kopfschüttelnden Hannes. Sichtlich irritiert ging Ande zurück zu seinem Mikroständer. Nachdem kurze Zeit später die Feuerpyro losging, wurde ihm klar, dass er vor einer Röstung bewahrt wurde, da sich unmittelbar in der Feuerzone aufhielt.
Nach langer Zeit und Neuaufnahme durfte „Out in the Rain“ in der Setlist nicht fehlen, was viele langjährige Fans sehr berührte.
Bei „Flying Colours“ gaben die Jungs nochmal richtig Vollgas, bevor es nostalgisch wurde. Um ehrlich zu sein, war das eine gute Idee, da langsam für viele die Stimme nachließ.
Sie zeigten mit „Heart of Stone“ und „Lie for me“ wieder einmal, wie schön Rockballaden sind.
Mit „Steel of Swabia“ wurde es kurz wieder etwas nostalgisch, als Hannes eine alte Geschichte zur Entstehung des Album Covers auspackte.
Eine Bootsfahrt, die ist lustig, Eine Bootsfahrt, die ist schön,
Eine Tradition, die Hannes seit einigen Jahren auf Konzerte begleitet, durfte natürlich nicht fehlen und so stieg er ein letztes Mal in sein Schlauchboot.
So schipperte Hannes ein letztes Mal beim Song „You’re not alone“ von den Fans getragen durch die Halle.
Bevor „Not the End of the Road“ gespielt wurde teilte Hannes noch einmal seinen persönlichen Wunsch mit:
Die Fans mögen seinen Jungs treu bleiben und brachte zum Ausdruck, dass dies nicht das Ende von KD ist. Er erwähnte, dass er im Hintergrund weiterhin mit an Songs und Musik arbeiten wird.
„Coming Home“ brachte als drittletzter Song bereits vielen Fans die Tränen.Unter anderem auch Melina, da dieser Song ihr absoluter Favorit nach „Why can’t you hear Me“ ist.
„Six feet under“ brachte schließlich noch einmal die übliche KD-Stimmung zurück.
Nun war es aber an der Zeit…
Hannes wusste gar nicht so recht was zu sagen, außer seinen großen Dank an die Fans, die ihn und die Band so lange begleitet und unterstützt haben. Sichtlich emotional nahm Hannes sich eine kurze Redepause, die Jim für ein paar liebevolle Worte nutzte. Wer hier noch keine Tränen in den Augen hatte, hatte sie spätestens nach diesen Worten.
Schließlich folgte der Song, vor dem alle Angst hatten.
Ein Song, der die Illusion wahr werden ließ.
Uns allen wurde bewusst, dass dies das letzte Mal sein wird, dass wir Hannes am Mikro bei Kissin’ Dynamite.
Ein Song, den wir seit der Veröffentlichung nicht ohne Tränen hören konnten.
„Good in Goodbye“ war Hannes seine persönliche letzte Hymne als Sänger von Kissin‘ Dynamite.
Es war so schön und dennoch traurig in einem…
The Story Lives On
Nun war das Konzert vorbei und weit und breit lagen sich Fans heulend in den Armen. Hier wurde die Message hinter „You`re not alone“ richtig deutlich. Jeder wurde von jedem in den Arm genommen, Taschentücher wurden geteilt und Erinnerungen wurden ausgetauscht und es war ganz egal wer du bist, weil du Teil der Fanbase der guten Rockmusik bist.
Der persönlicher Dank von Melina geht vor allem an Annika, Basti und einen sehr sehr guten Bekannten, welche ihr diesen wunderschönen Abend ermöglicht haben, aber auch an alle anderen Beteiligten, die dieses Wochenende so schön gemacht haben, welches nun ewig in Erinnerungen bleiben wird.
Bei der Verteilung der Souvenirs ging es mal wieder wild zu. Annika ist ja der Meinung, wenn man ein Plek aufgehoben und schon in der Hand hat, gehört es einem, sodass das aus der Hand Schlagen schon unter Diebstahl fällt. Apropos Diebstahl: Wenn ein Drumstick so lustig abprallt, dass er senkrecht entlang der Wade in einem Schuh stecken bleibt und jemand anderes ihn da einfach rauszieht, während man nachschaut, was das überhaupt ist, fällt es auch schon darunter?
Glücklicherweise wurde es dieser Person aus der Hand geschlagen, sodass er zu Boden fiel und jemand anderes ihn aufheben konnte.
Aber ganz ehrlich: den Leuten wünscht sie schlaflose Nächte wegen eines schlechten Gewissens. Diese Handlungen waren unfair und respektlos.
